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Erfahrung
Zertifizierung: Ablauf und involvierte Instanzen
Erfahrung:8592
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Beschreibung der Erfahrung
Bei der Zertifizierung von Produkten sind insgesamt vier Instanzen beteiligt, die unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Die Aufteilung des gesamten Verfahrens auf mehrere Instanzen erschwert mögliche Missbräuche. Es gilt der Grundsatz, dass keine Instanz die von ihr aufgestellten Grundsätze und Forderungen am Zielobjekt prüft. Dies besorgt immer eine andere Instanz. Umgekehrt kann eine prüfende Instanz nicht von selbst Prüfkriterien einführen.
Zunächst wird die für das eigentliche Verfahren notwendige Struktur aufgebaut und danach auch kontrolliert. Als erstes wird von der Interessenorganisation (Nutzerorganisation von z. B. Feldbussen wie PNO, CAN In Automation, Interbus-CLUB, Fieldbus Foundation) eine

· Zertifizierungsstelle

gebildet. Diese Stelle erarbeitet gemäß den Feldbus-Spezifikationen Testcases und Profile, die von einem

· Testlabor

zu konkreten Tests ausgearbeitet werden. Das Testlabor erhält Produkte vom

· Hersteller,

die auf Konformität zu testen sind, mit dem Ziel, das Zertifikat zu erhalten. Damit der ganze Vorgang solide und zuverlässig abläuft, sorgt ein

· Akkreditierungsgremium

dafür, dass das Testlabor sowohl die fachspezifischen als auch allgemeinen Qualitätssicherungsmaßnahmen bei seiner Arbeit anwendet.

Die Zertifizierungsstelle erstellt neben den Testcases und Profilen auch Grundsätze für die Akkreditierung von Testlabors, die vom Akkreditierungsgremium umgesetzt werden. Die Zusammenarbeit mit den Testlabors beschränkt sich nur theoretisch auf die Übergabe von Testcases und Profilen; in der Praxis kommt es immer wieder vor, dass durch Fehler sowohl in den Testcases als auch in den Spezifikationen Rückmeldungen durch das Testlabor kommen und zu Änderungen führen, die in Zusammenarbeit von Testlabor und Zertifizierungsstelle zu veränderten Testcases oder Teilen der Spezifikation führen. Durch die vom Testlabor gewonnen Erfahrungen während des Testbetriebs werden, natürlich immer in Abstimmung mit der Zertifizierungsstelle, auch neue Testcases erarbeitet, um z. B. den Abdeckungsgrad zu verbessern oder den Testbetrieb effizienter zu gestalten. Wichtig ist aber, dass keine Änderung ohne Zustimmung der Zertifizierungsstelle vorgenommen werden darf.

Das Testlabor muss sich, um akkreditiert zu bleiben, regelmäßig einer Überprüfung durch das Zertifizierungsgremium oder einem von diesem beauftragten Prüfer unterziehen, der die Einhaltung von vorgeschriebenen Verfahren, die Eignung von Räumen, sowie des eingesetzten Personals prüft und dem Gremium Bericht erstattet.

Firmen, die Zertifikate erhalten wollen, beauftragen das Testlabor mit der Durchführung des Konformitätstests, überlassen dem Labor mindestens ein Gerät und fügen das Protocol Implementation Conformance Statement (PICS) bei, nach dem geprüft werden soll. Bild 1 zeigt die grundlegenden Beziehungen zwischen den Instanzen.

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Bild 1: Die Beziehungen zwischen den an der Zertifizierung beteiligten Instanzen

Das Testlabor prüft das Gerät bzw. die Protokollimplementierung auf diesem Gerät anhand der von ihm ausgearbeiteten Tests und erstellt einen Prüfbericht, der dem Hersteller übergeben wird. Der Hersteller seinerseits übergibt den Prüfbericht der Zertifizierungsstelle, die dann bei positivem Bericht das Zertifikat ausstellt.
In der Praxis ist es durchaus üblich, dass vor der formellen Prüfung auf Konformität bereits Kontakte zwischen Hersteller und Prüflabor hergestellt werden, um durch vorbereitende Prüfungen und gegebenenfalls Beratung des Herstellers den Erfolg der formellen Prüfung sicherzustellen.

Siehe auch: http://www.interbusclub.com/de/info/index.html
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